Wildschweinbejagung im Lennebergwald

Jagdreviere rund um dem Lennebergwald ziehen bei Wildschweinbejagung an einem Strang


Weil die Wildschweine keine Gemarkungs- und Jagdreviergrenzen kennen, trafen sich am Dienstag 13.September 2016 im Grünen Haus im Lennebergwald die Jagdpächter der den Lennebergwald umgebenden Reviere und Herrn Weyl von der Unteren Jagdbehörde des Kreises Mainz/Bingen mit Mitarbeitern des Jagdbetriebes vom Zweckverband zur Erhaltung des Lennebergwaldes, um sich über die aktuelle Schwarzwildproblematik auszutauschen.

Aufgrund der fehlenden Frost- und Feuchtwetterperioden, sowie einem großen Nahrungsangebot im vergangenen Winter, sind bei den Frischlingen nahezu keine natürlichen Verluste festzustellen. Demzufolge ist die Gesamtpopulation gestiegen.
Durch das momentane Nahrungsangebot an Eicheln und Bucheckern braucht das Schwarzwild zum Ausgleich eiweißreiche Nahrung, welches sie in Form von Würmern, Mäusen, Insekten und deren Larven etc. aufnehmen.
Dies können die Waldbesucher an den von den Wildschweinen aufgewühlten Wegrändern und Gartenanlagen erkennen. Gerade in der Gemarkung Mombach ist es in diesem Jahr zu großen Schäden im Grünland gekommen.
Speziell in waldnahen Gartenanlagen sollte darauf geachtet werden, dass diese für das Schwarzwild nicht zugänglich sind. Gartenabfälle oder Essensreste sollten den Wildschweinen nicht als Nahrungsquelle zugänglich gemacht werden!

Die Revierinhaber haben sich darauf verständigt, die Bejagungsintensität auf das Schwarzwild nach wie vor sehr hoch zu halten, was sich jedoch momentan aufgrund der hohen Anzahl an Frischlingen auf männliche und nicht säugende Tiere beschränkt. Dennoch ist die Populationshöhe und die Populationsdynamik weiterhin vom  Klima und  Nahrungsangebot abhängig und lässt sich durch eine Bejagung nur bedingt beeinflussen.
Es wurde anregt, bei der Veterinärbehörde darauf hinzuwirken, auf die Gebührenerhebung für Trichinenbeschau bei Frischlingen bis 20 kg zu verzichten.
Damit soll erreicht werden, in dieser Altersklasse mehr zu erlegen, was gerade im Hinblick auf die Seuchenprävention besonders wichtig ist.

Wegen der Gefährdung der Bevölkerung ist eine Treibjagd , wie sie auf Schwarzwild in anderen Landesteilen durchgeführt wird,  im Lennebergwald und den angrenzenden Revieren nicht oder nur eingeschränkt möglich.
Die Jagdausübungsberechtigten haben sich dafür ausgesprochen, Frischlinge unabhängig von Gewicht und Verwertbarkeit ganzjährig zu bejagen und alle waidgerechten Mittel,  die Ihnen zur Verfügung stehen, zu nutzen, um das Schwarzwild zu reduzieren.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass das Problem nur gemeinsam gelöst werden kann und sie sich in Zukunft noch enger abstimmen werden, sowie auch den regelmäßigen Erfahrungsaustausch weiter zu pflegen.