besteht
hauptsächlich aus reinem Sand, der nur wenig Wasser und Nährstoffe speichern kann.
Dies und das milde und trockene Klima des Oberrheintales sind Ursache für die
Steppenvegetation, die von einer großen Zahl seltener und z. T. vom Aussterben
bedrohter kontinentaler und submeditteraner Pflanzen und Tiere geprägt ist. Aufgrund
der hohen Temperaturen und der Trockenheit des Gebietes kann der häufigste Waldtyp,
der Buchenmischwald hier nicht wachsen. Der Lennebergwald ist geprägt von Kiefern-
und Eichenwäldern. In früheren Zeiten hat der Mensch die Ausbreitung der Kiefer
gefördert, weil er Schafen und Ziegen im Wald weiden ließ, die bevorzugt Laubbäume
abfraßen. Außerdem wurden Kiefern gepflanzt, da sie eine der wenigen Baumarten
sind, die auf den trockenen, sandigen Böden gedeihen können. Die verbliebenen
Laubbäume wurden bevorzugt als Feuerholz eingeschlagen, was die Kiefer weiter
förderte. Diese Einflüsse des Menschen waren neben Boden und Klima eine weitere
wichtige Voraussetzung für die speziellen Bedingungen des heutigen Waldes. Der
lichte Schirm aus Kiefernkronen erlaubt einer großen Vielzahl von Trockenrasen-
Pflanzen das Wachstum unter den Bäumen. Viele von ihnen stehen auf der "Roten
Liste der vom Aussterben bedrohten Arten", weil die speziellen Bedingungen, die
sie zum Leben brauchen, in Deutschland immer stärker zurückgehen bzw. zerstört
werden. Nicht nur die vielfältige Pflanzenwelt zeigt den besonderen Wert des Gebietes,
auch viele Tierarten, die häufig eine Lebensgemeinschaft mit bestimmten Pflanzen
bilden, sind vom Aussterben bedroht. Wegen dieser Rolle als Rückzugsgebiet für
bedrohte Arten ist der Lennebergwald vom Land Rheinland-Pfalz zum Naturschutzgebiet
erklärt worden.zur Karte
FORSTWIRTSCHAFT
Das Hauptziel der Forstwirtschaft im Lennebergwald ist die Gesunderhaltung
und Stabilisierung der empfindlichen Kiefernbestände. Die Kiefer ist - wie
kaum eine andere Baumart - von äußeren Gefahren wie Windwurf, Schneebruch
und Waldbrand bedroht und wird - oft in deren Folge- von Massenvermehrungen
von Schadinsekten wie Borkenkäfer, Prachtkäfer und nadelfressenden Raupen
verschiedener Nachtfalter heimgesucht. Der Schüttepilz kann junge Kiefern,
die Mistel Kiefern im Alter von etwa 30 Jahren zu Absterben bringen. Trotz
des - im Vergleich zu anderen Baumarten geringen Wasserbedarfs, leidet auch
die Kiefer in Trockenjahren erheblich, zumal diese besonders "gute Insektenjahre"
sind. Zur Stabilisierung der Bestände müssen Durchforstungen, d. h. Auslichtungen
in den dicht aurwachsenden jungen Beständen vorgenommen werden. Diese Arbeiten
werden von Forstwirten (Waldarbeitern) des Forstamtes Alzey bzw. Lohnunternehmern
durchgerührt. Das dabei anfallende Holz wird mit Rückeschleppem an die Waldwege
gezogen und an die Holzindustrie verkauft. Die Holznutzung ist im Lennebergwald
nicht Ziel der Bewirtschaftung, sondern ein Nebeneffekt, der einen Deckungsbeitrag
für die Bewirtschaftungskosten liefert. Bei diesen "klassischen" Forstarbeiten,
zu denen auch Pflanzung, Zaun- und Wegebau gehören, muß immer auch die Bedeutung
des Waldes für die Erholung der Waldbesucher beachtet werden. Diese führt
oft zu Erschwernissen, andererseits werden für die Bevölkerung Erholungseinrichtungen
wie Schutzhütten, eine Grillhütte, Bänke und Trimmgeräte aufgebaut und instand
gehalten. Zur Information der Waldbesucher dienen Lehrtafeln, ein Walderlebnispfad,
zahllose Waldführungen, die Lennebergwald- Ausstellung im "Grünen Haus" und
die alljährlich stattfindenden Waldjugendspiele für Schulklassen.