Schwere Zeiten für Buchen im Lennebergwald


In diesem Frühjahr haben leider im Lennebergwald viele Buchen keine Blätter mehr ausgetrieben und sind abgestorben. Einige Buchen haben anscheinend schon unbemerkt eine längere Zeit gelitten , denn in ihnen hat sich im Stammesinneren eine von außen nicht sichtbare Fäule entwickelt , die wir erst jetzt - nach dem Fällen der Bäume - sehen.
Für uns ist diese neue Phänomen aus drei Gründen besonders problematisch :
1. wir verlieren an vielen Stellen eine wichtige heimische Baumart, die sich sehr gut selbst verjüngt und durch ihren Schattenwurf das Aufkommen beispielsweise von Brombeeren verhindert.
2. Buchenwälder sind ein wichtiger Lebensraum für typische Waldtiere und -pflanzen wie Spechte, Fledermäuse, Buchfink und andere Singvögel, Buschwindröschen und Bärlauch 
3. Die Fäule zersetzt unbemerkt das Holz, das dadurch seine Bruchfestigkeit verliert und zu einer großen Gefahr für Waldbesucher und Autos auf den Landstraßen, die den Wald durchqueren , wird. Deshalb mussten wir umfangreiche Fällungen an den Landstraßen vornehmen.
Ursachen für dieses plötzliche Buchensterben , das derzeit punktuell auch im Ober-Olmer Wald und am Donnersberg beobachtet wird, werden z. Zt. untersucht. Im Lennebergwald ist auffällig, dass die Buchenbestände unterhalb des Lennebergturm z. Zt. noch weitgehend gesund erscheinen. Sie stehen allerdings auch nicht auf Sandböden, sondern auf  - zu lehmigem Boden verwitterndem - Kalkgestein ( wie der nicht weit entfernte ehemalige Budenheimer Steinbruch ) . Dieser lehmige Boden speichert das (Regen - ) Wasser wesentlich besser als die ansonsten im Lennebergwald vorherrschenden Sandböden.
Deshalb gehen wir derzeit davon aus, dass das Buchensterben auf den Sandböden eine Folge der Trockenjahre 2003 und 2015 ist und der Sommer 2018 ihnen sozusagen den "Todesstoß" versetzt hat.
An den betroffenen Buchen hängt häufig noch das trockene Laub des letzten Jahres, sie haben teilweise noch Knospen entwickelt, die aber im Laufe des Winters vertrocknet sind.
Das Austreten der ( im Inneren am lebenden Baum schon länger tätigen ) Pilze könnte darauf hindeuten, dass auch die Pilze, die ja einen hohen Feuchtigkeitsbedarf haben, mit dem trockenheitsbedingten Sterben der Buchen quasi ihres Lebensraumes beraubt wurden und noch im letzten Moment Fruchtkörper bilden wollten.
Übrigens hängen auch an einigen abgestorbenen Buchen noch Fruchtbecher aus dem letzten Herbst. Dieses Phänomen, dass absterbende Bäume noch viele Früchte tragen, um mit den letzten "Atemzügen" noch möglichst viel vom eigenen Erbgut zu verteilen, bezeichen wir als "Notfruktifikation" , also Fruchtbildung als Notmaßnahme.